
morgan freeman als nelson mandela und matt damon als kapitän der südafrikanischen rubgynationalmannschaft. großes erwarte ich mir von einem eastwood-film. vor allem weils um rugby geht.
ich wurde nicht enttäuscht. im vorfeld wurde mir als aktiven rugbyspieler schon die ein oder andere kritik vor den kopf geworfen, ich solle den film doch ruhen lassen, wenn ich aktiv rugby spiele würde ich sehr enttäuscht sein von dem streifen. natürlich muss ich mir - um so ein statement abgeben zu können - eine eigene meinung bilden. was habe ich mir von dem film erwartet. spannend, unausgeglichen, aufwirbelnd, ruhig und majestätisch. alles wurde erfüllt. wer sich einen großen actionkracher erwartet, in dem sich durchtrainierte kolosse die birne weichklopfen, wird mit verachtung bestraft. der film handelt vom sport rugby, allerdings ist der streifen, wie bei vielen von eastwood, ein sehr politischer. im vordergrund steht die immer noch sehr große kluft zwischen schwarz und weiß anfang der neunziger jahre in südafrika. nach ende der apartheid kämpfen die schwarzen um gleichstellung, um akzeptanz und vor allem um verständniss. für die weiße minderheit gilt eigentlich das gleiche - wobei die weißen seit jeher mehr die herrschsüchtige seite der medaille in beschlag genommen haben. die weißen kämpfen um vergebung. dies von einer ewig unterdrückten gesellschaft einzufordern ist natürlich ein starkes stück.
im großen und ganzen handelt der film von genau dieser emotionalen basis. eastwood trifft hier eigentlich den nagel auf den kopf und macht den perfekten spagat zwischen dokumentarischer aufarbeitung der "rassenproblematik" in afrika und der emotionalen belastung zweier "großer" persönlichkeiten. zwei persönlichkeiten wie sie eigentlich unterschiedlicher nicht sein könnten. der sport rugby fungiert hierbei als perfektes mittel diese im geiste der bevölkerung ablaufende gefängnisstrafe zu verstehen und nachvollziehen zu können. während sich die weißen zu den springboks hingezogen fühlen und mit ihrer mannschaft fiebern, agieren die schwarzen auf diesen typisch englischen traditionssport wie man es auch nur machen kann in deren situation - ablehnen.
wer aktiv rugby spielt oder mit der sportart schon in berühurng gekommen ist, weiss welche gefühle und emotionen entstehen können, wenn es um so eine tradionsreiche und vielseitige sportart geht. in zweierlei dingen können sich die geschichten der beiden protagonisten die hand reichen: wo ein wille, da ein weg. mut für neues und aufgeschlossenheit. ein kampf gegen emotion und gedanken ist immer ein fast aussichtsloser. die geschichte hat allerdings schon oftmals bewiesen, dass es auch anders gehen kann. der film handelt von eben diesem.
jedem, der sich für den sport bzw. die hintergründe politischer machenschaften (auf emotionaler ebene) in afrika interessiert, dem sei gesagt: testet invictus! nicht nur, dass der film eine wahrlich gute und vor allem vertretbare message hat, nein - er bietet auch genügend einführung in den sport rugby, ohne auch nur in geringster weise als sport-propaganda durchzugehen. im gegenteil, sport als politisches mittel zur versöhnung ist absolut fantastisch! unbedingt ansehen!
Im Anschluß noch ein nettes Zitat aus dem Film, im Original geschrieben von William Ernest Henley:
"Aus dieser Nacht, die mich umhüllt,
von Pol zu Pol schwarz wie das Grab,
dank ich welch immer Gottes Bild
die unbezwung'ne Seel mir gab.
Wenn grausam war des Lebens Fahrt,
habt ihr nie zucken, schrein mich sehn!
Des Schicksals Knüppel schlug mich hart -
mein blut'ger Kopf blieb aufrecht stehn!
Ob zornerfüllt, ob tränenvoll,
ob Jenseitsschrecken schon begann:
das Grauen meines Alters soll
mich furchtlos finden, jetzt und dann.
Was kümmert's, daß der Himmel fern
und daß von Straf' mein Buch erzähl',
Ich bin der Herr von meinem Stern,
Ich bin der Meister meiner Seel'!"

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