
devil sold his soul - blessed & cursed [post]
songstruktur trifft epik.
liest man irgendwo von "post" so ist es fast schon obligat, dass die größten einflüsse einer eben neu entstandenen kategorisierung des hardcore/metal/rock/ambient/sludge/whatever immer die gleichen sind: es kommt isis, es kommt neurosis, es kommt bei den ruhigen sachen mogwai, wenns um eher rauhes zeugs geht alte mastodon, die alten stoner von kyuss, doomiges von cult of luna -sie alle haben eines gemein: sie schaffen atmosphärische und energiegeladene songs die den hörer aus der welt reissen können und in einen palast der klänge entführen, nur um ihn nach geraumer zeit wieder auszuspucken.
"post" könnte wirklich als genre durchgehen, denn was die briten von devil sold his soul hier abliefern ist fast schon als wegweisend zu sehen. ruhige momente gehen mit fast schon monotonen und an black metal erinnernden gitarrenspiel - untermalt mit dem zur band passenden geschrei - hand in hand, hier wird die hoffnung von der sehnsucht zerfetzt. großes kino. emotionsgeladen und ausgeglichen zugleich, geschichten und märchen von verzweiflung und depression. hier muss man zuhören. hier muss man sich auf eine reise begeben. und man sollte gerne reisen.
mittlerweile höre ich die cd schon des öfteren, allerdings kann ich nach wie vor nicht meinen favourite herausfiltern. um den wiederkennungswert in die höhe zu treiben könnten die samples noch dezenter plaziert werden, die gitarren noch mehr melodie aufs brot schmieren, der gesang noch melodischer sein - alles würde der cd nicht gut tun. sie ist ein meisterwerk wie sie ist! zum teil emotional, zum teil verspielt, selten unrund, melodisch und unglaublich atmosphärisch. um meine worte zu wiederholen: ganz großes kino! wer auf post-ige musik a la mogwai, mono, pelican und konsorten steht oder aber auch wers ein bisschen härter und rockiger mag - wie es etwa die doomriders praktizieren, nicht vor emotionalem und sehr melodischem gesang zurückschreckt, der sollte die musik einfach mal auf sich wirken lassen. einfach zuhören und genießen. man wird belohnt. mit einem stück musik, worauf ich neidig bin, dass es nicht aus meiner feder stammt.
tracklist:
1. Tides
2. Drowning/Sinking
3. Callous Hearts
4. An Ocean of Lights
5. Frozen
6. The Disappointment
7. Crane Lake
8. A Foreboding Sky
9. The Weight of Faith
10. Truth Has Come

2012 ©